Ihre Stellenanzeigen in „Google for Jobs“ | Roll-out in Deutschland mit Testphase gestartet

Seit Mai 2017 scannt die marktbeherrschende Suchmaschine mit „Google for Jobs“ Stellenanzeigen in den USA, in Südamerika, in Teilen von Afrika sowie in Großbritannien.

Wie am 15. März 2019 von Google per Tweet angekündigt, findet der Roll-out nun auch in Deutschland statt und über erste Ergebnisse wurde bereits berichtet.

google for jobs

Erwartungsgemäß wird es sich bei dem neuen Produkt des US-amerikanischen Konzerns nicht nur um einen weiteren Jobaggregator aus dem Silicon Valley handeln. Die Ingenieure des Wirtschaftsimperiums haben es sich mit „Google for Jobs“ zum Ziel gesetzt, mittels künstlicher Intelligenz bzw. lernenden Algorithmen die Sprache der Jobsuchenden, die nicht immer mit der der Stellenanzeigen übereinstimmt, zu übersetzen und damit die Jobsuche für die User zu optimieren. Um dabei Investitionssicherheit in die eigene Entwicklungsarbeit abzusichern, holte sich Google bereits 2011 andere Search-Anbieter (Yahoo, Microsoft und Yandex) ins Boot und einigte sich mit ihnen auf einen Standard zur Strukturierung von Stellenanzeigen. Es dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis dieser Standard von nahezu allen Online-Jobbörsen und Karriere-Webseiten übernommen wird.

Die Indexierung und Auffindbarkeit grundlegenden technischen Voraussetzungen (z.B. sinnhafte URL-Struktur, lesbares HTML, Meta-Tags) dürften in Deutschland noch die wenigsten Arbeitgeber umgesetzt haben. Mit dem angekündigten Start von „Google for Jobs“ wird die Anpassung der eigenen Datenstrukturen nun häufiger auf der To-Do-Liste der Personalabteilungen zu finden sein. Google befindet sich noch in der Testphase des Produktes, das heißt das Produkt ist für die meisten Jobsuchenden noch nicht sichtbar. Für Ihr operatives Recruiting hat das neue Produkt somit noch keine Relevanz.

Da laut Google 73 Prozent aller Jobsuchen mit einer Google-Suche starten und das neue Produkt sich oberhalb der  organischen Suchergebnisse befindet, wird Google mit seinem neuen Produkt gezielt sowohl auf die Sichtbarkeit der Jobbörsen als auch auf die der Jobboards der Arbeitgeber Einfluss nehmen. Die Folgen dieser den Wettbewerb wohl nicht nur tangierende Marktmacht wird bereits im Lichte des Wettbewerbsrechts beobachtet

Ob analog zur Flug- und Hotelsuche, bei der Google den Metasuchern wie Kayak, Booking und Skyscanner den Markt streitig macht, „Google für Jobs“ den hiesigen Plattformen sehr empfindlich Reichweite und Umsatzanteile abnehmen wird (und Ihnen diese dann günstiger zur Verfügung stellt..), bleibt Mangels valider Vergleichswerte noch abzuwarten. Im Mindset der Jobsuchenden wird StepStone und Indeed kurz- bis mittelfristig weiterhin dominant bleiben und diese Jobboards lehnen eine Indexierung Ihres Angebotes bisher ab.

Empfehlung:

  • Eventuell war Ihr Webmaster bereits aktiv und Sie haben keine Arbeit mehr zu dem Thema, testen Sie dies mit dem Google Structured Data Testing Tool.
  • Der technische Anpassungsaufwand für die Listung ist sehr überschaubar, Ihre Kollegen aus der Technik werden mit der Anleitung zur strukturierten Aufbereitung der Stellenanzeigen klar kommen.
  • Auf das beklagenswerte Missverhältnis zwischen Ihren offenen Vakanzen und verfügbaren Talenten wird auch in Zukunft die San Francisco Bay Area keinen Einfluss nehmen können. Erwarten Sie also keine Änderung Ihrer Kennzahlen.
  • Wie bisher bei Ihren bekannten Werbeumfeldern auch, wird nicht Ihre Präsenz in „Google für Jobs“ an sich, sondern der Rang Ihrer Stellenanzeigen in den dortigen Suchergebnissen, also Ihre Position gegenüber den Wettbewerbern, wichtig für die Besucheranzahl Ihrer Stellenanzeigen sein. Dazu werden wir zum gegebenem Zeitpunkt erneut berichten.

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