Ihre Stellenanzeigen in „Google for Jobs“ | Offizieller Start in Deutschland

Seit Mai 2017 scannt die marktbeherrschende Suchmaschine mit „Google for Jobs“ Stellenanzeigen in den USA, in Südamerika, in Teilen von Afrika sowie in Großbritannien.

Wie von Google am 22. Mai 2019 verkündet, wurde der Roll-out nun auch in Deutschland abgeschlossen und die Ergebnisse (u.a. auch die noch unerwünschten Stellenanzeigen-Doubletten) sind sichtbar.

google for jobs

 

Erwartungsgemäß handelt sich bei dem neuen Produkt des US-amerikanischen Konzerns nicht nur um einen weiteren Jobaggregator aus dem Silicon Valley. Die Ingenieure des Wirtschaftsimperiums haben es sich mit „Google for Jobs“ zum Ziel gesetzt, mittels künstlicher Intelligenz bzw. lernenden Algorithmen die Sprache der Jobsuchenden, die nicht immer mit der der Stellenanzeigen übereinstimmt, zu übersetzen und damit die Jobsuche für die User zu optimieren. Um dabei Investitionssicherheit in die eigene Entwicklungsarbeit abzusichern, holte sich Google bereits 2011 andere Search-Anbieter (Yahoo, Microsoft und Yandex) ins Boot und einigte sich mit ihnen auf einen Standard zur Strukturierung von Stellenanzeigen.

Die für eine Indexierung und Auffindbarkeit grundlegenden technischen Voraussetzungen (z.B. sinnhafte URL-Struktur, lesbares HTML, Meta-Tags) haben in Deutschland noch nicht einmal die Hälfte der DAX Unternehmen, z.B. Adidas, BMW, Continental, Covestro, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Fresenius, Henkel, Infineon Technologies, Linde, Merck, RWE, Volkswagen, Vonovia oder Wirecard umgesetzt. Mit dem Start von „Google for Jobs“ wird die Anpassung der eigenen Datenstrukturen nun auf vielen To-Do-Liste der Personalabteilungen zu finden sein.

Da laut Google 73 Prozent aller Jobsuchen mit einer Google-Suche starten und das neue Produkt sich oberhalb der  organischen Suchergebnisse befindet, wird Google mit seinem neuen Produkt gezielt sowohl auf die Sichtbarkeit der Jobbörsen als auch auf die der Jobboards der Arbeitgeber Einfluss nehmen. Die Folgen dieser den Wettbewerb wohl nicht nur tangierende Marktmacht wird bereits im Lichte des Wettbewerbsrechts beobachtet und laut Reuters-Meldung haben bereits auch 23 Jobbörsen ein Beschwerdeverfahren bei der oberste Wettbewerbshüterin der EU, Margrethe Vestager, eingeleitet.

Ob analog zur Flug- und Hotelsuche, bei der Google den Metasuchern wie Kayak, Booking und Skyscanner den Markt streitig macht, „Google für Jobs“ den hiesigen Plattformen sehr empfindlich Reichweite und Umsatzanteile abnehmen wird (und Ihnen diese dann günstiger zur Verfügung stellt..), bleibt Mangels valider Vergleichswerte noch abzuwarten. Im Mindset der Jobsuchenden wird StepStone und Indeed kurz- bis mittelfristig weiterhin dominant bleiben und diese Jobboards lehnen eine Indexierung Ihres Angebotes bisher ab.

Empfehlung:

  • Eventuell war Ihr Webmaster bereits aktiv und Sie haben keine Arbeit mehr zu dem Thema, testen Sie dies mit dem Google Structured Data Testing Tool.
  • Der technische Anpassungsaufwand für die Listung ist sehr überschaubar, Ihre Kollegen aus der Technik werden mit der Anleitung zur strukturierten Aufbereitung der Stellenanzeigen klar kommen.
  • Auf das beklagenswerte Missverhältnis zwischen Ihren offenen Vakanzen und verfügbaren Talenten wird auch in Zukunft die San Francisco Bay Area keinen Einfluss nehmen können. Erwarten Sie also keine Änderung Ihrer Kennzahlen.
  • Wie bisher bei Ihren bekannten Werbeumfeldern auch, wird nicht Ihre Präsenz in „Google für Jobs“ an sich, sondern der Rang Ihrer Stellenanzeigen in den dortigen Suchergebnissen, also Ihre Position gegenüber den Wettbewerbern, wichtig für die Besucheranzahl Ihrer Stellenanzeigen sein. Der erste Eindruck ist, dass Google (wie kaum anders zu erwarten war) dem Stellentitel besonders große Relevanz im Ranking zumisst. Dazu werden wir zum gegebenem Zeitpunkt über mehr Details berichten.

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