Während weiter über Fachkräftemangel diskutiert wird, erleben gerade junge Akademiker einen deutlich schwierigeren Berufseinstieg als noch vor einigen Jahren. Die Berliner Zeitung geht in einem aktuellen Beitrag der Frage nach, warum selbst gut ausgebildete Bewerber teilweise mehr als 100 Bewerbungen schreiben, ohne eine passende Stelle zu finden.
Für die Einordnung hat die Zeitung neben dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung auch Heiko Mühle, Geschäftsführer der HRM CONSULTING GmbH, befragt.
Aus seiner Sicht hat sich das Kräfteverhältnis auf Teilen des Arbeitsmarktes spürbar verändert. Höhere Bewerberzahlen ermöglichen es Unternehmen wieder, stärker zu selektieren und Anforderungen enger zu fassen. Kritisch sieht Mühle allerdings, wenn bereits für klassische Einstiegspositionen Praktika oder erste Berufserfahrung nahezu vorausgesetzt werden. Unternehmen verkleinern damit ihren Kandidatenkreis und erschweren zugleich jungen Fachkräften den Einstieg, die sie später dringend benötigen.
Der Beitrag zeigt damit einen Widerspruch, der im Recruiting derzeit häufiger zu beobachten ist. Fachkräfte werden langfristig knapper, gleichzeitig können Arbeitgeber aktuell in vielen Bereichen wieder deutlich stärker auswählen.
Zum Beitrag in der Berliner Zeitung: „Fachkräftemangel? Junge Akademiker schreiben 100 Bewerbungen und finden keinen Job“